Spiele.

Vor einer Weile unterhielt ich mich mit meiner besten Freundin über das Würfelspiel Kniffel, welches sie gerne mit ihren Mitbewohnern zum Zeitvertreib in Gesellschaft von Freunden am Abend spielt. Dabei wurde mir etwas klar.

Ich hasse Spiele. Das mag für den ein oder anderen befremdlich klingen, sind Spiele doch etwas in der breiten Masse beliebtes, aber trotzdem hasse ich sie. Ich kann dem Wetteifern mit Kartenstapeln, Spielbrettern und schnöden Würfeln einfach nichts abgewinnen.

Ähnlich verhält es sich mit Sportarten. Es gibt mir einfach nichts, zu gewinnen. Ich brauche das nicht und dementsprechend fehlt mir der Ehrgeiz. Ich bin ehrgeizig, wenn es darum geht, mich selbst zu mentalen Höchstleistungen anzuspornen, eine gute Leistung an der Uni oder auf der Arbeit abzuliefern. Doch dabei geht es meist um meinen persönlichen Erfolg, nicht um das Gewinnen innerhalb einer Konkurrenz – um einen Erfolg, welcher mir direkt nutzt. Gewinnen war mir einfach noch nie wirklich wichtig.

Ich habe mich lange gefragt, warum das so ist. Warum ich Halma, Kniffel und Beachvolleyball wenig abgewinnen kann. Doch heute habe ich im Rahmen einer Vorlesung ein Persönlichkeitsmodell kennen gelernt, welches mir die Lösung geliefert hat.

Ich hasse Spiele, weil ich eine Eule bin. Eine Eule mit einem Schuss Wal.

Der müßige Leser fragt sich nun wahrscheinlich, was ich damit sagen möchte. Ein bestimmtes Persönlichkeitsmodell teilt die Menschen in vier Kategorien ein, welche nach Tieren benannt sind: den Hai, den Delphin, den Wal und die Eule. Der Hai ist dominant und versucht, aus den Menschen und allem um ihn herum einen Vorteil zu ziehen. Dem Delphin geht es primär darum, möglichst viel Spass zu haben, während der Wal versucht, möglichst viel für andere zu tun. Die Eule hingegen ist sehr bedacht und faktenorientiert.

Ich bin eine Eule, weil ich gerne nachdenke und mich an Fakten und Erfahrungswerten orientiere. Als typische Eule denke ich über die Hintergründe und die Sinnhaftigkeit meiner Aktivitäten nach. Doch ich besitze auch einen Teil Wal in mir, der mich immer wieder dazu bringt, es allen recht machen zu wollen. Dass ich Spiele hasse, reflektiert sich hier perfekt wieder. Sie ergeben keinen Sinn, sagt die Eule, denn ein Gewinn schafft keinen realen Mehrwert, und der Wal achtet ausserdem darauf, niemanden vor den Kopf zu stossen und lieber andere gewinnen zu lassen, als selbst zwanghaft einen Gewinn anzustreben.

Die Theorie, Menschen in diese vier Klassen aufzuteilen, geht erstaunlich gut auf. Ich kann beinahe jeden, den ich kenne, gut zuordnen, auch wenn nicht eindeutig – wahrscheinlich besitzt sogar jeder einen kleinen Teil jedes Tieres in sich. Doch insgesamt macht das Konzept überraschend viel Sinn. Und anstatt Euch hier nur zu erzählen, dass ich keine Spiele mag, kann ich Euch jetzt auch noch erzählen, warum genau – denn ich bin eines der Tiere, so wie wir alle.

Viele Grüße,

Eure Eva

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